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15 Frauen stickten ein Bild

on Mittwoch, 29 März 2017. Posted in Gemünda

Autor - Bettina Knauth
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Bestrickende Ideen für die Dorfmitte Gemündas hatten sie bereits. Jetzt haben die 15 Damen der Lichtstube der evangelischen Kirchengemeinde mit einem weiter...

Bestrickende Ideen für die Dorfmitte Gemündas  hatten sie bereits. Jetzt haben die 15 Damen der Lichtstube der evangelischen Kirchengemeinde mit einem weiteren originellen Beitrag Martin Luther in Szene gesetzt: Kürzlich enthüllten sie an der Gemündaer Johanneskirche ihr gesticktes Portrait des Reformators. 
"Wow", "super", "sehr schön": Mit diesen Kommentaren und spontanem Applaus bekundeten die zahlreichen Schaulustigen ihre Begeisterung, als sich langsam die Plastikplane senkte, um Stück für Stück den Blick auf die große Handarbeit freizugeben. Was in "mühevoller Kleinarbeit" entstanden sei und jetzt die Kirchenfassade ziere, sei sicherlich "eine der kreativsten Ideen zum 500. Reformationsjubiläum", kommentierte Pfarrerin Kathrin Neeb die "Enthüllungsfeier". Barbara Hämmelmann, die Initiatorin der Gemünner Lichtstube, hatte auch die Idee für das Stickbild. Für den Reformator machten die Damen des Handarbeitstreffs, die normalerweise nur über die Wintermonate vierzehntäglich zusammenkommen, Überstunden. Amüsant trug die Gemünnerin in Reimform die Erfahrungen vor: "Ein Abend, wohlgemerkt zwei Stund' - und nicht viel mehr als Luthers Mund!" Allein im Winter, das wurde den Damen nach dem Start im Januar 2016 schnell klar, würde das zwei mal einen Meter große Portrait nicht zu schaffen sein. Hämmelmann: "Das ganze Bild ist viel zu viel, März 17 ist ja schon das Ziel!" Spontan beschlossen die kreativen Teilnehmerinnen daher, auch über den Sommer zu sticken. "Wer Zeit und Lust hatte, suchte sich jemanden zum Mitsticken", berichtete die Ideengeberin. Immer zu zweit oder viert machten sich die Frauen ans Werk: Eine steckte von vorn die Nadel durch, eine zweite schickte sie von hinten zurück. Hämmelmanns Gedicht erklärte, warum: "Sonst käm' zum Sticken noch der Lauf ums Bild herum - und das hält auf."
Anfangs wurden noch zwei zusätzliche Kräfte gebraucht, um das Bild auch festzuhalten, bis sich die Handarbeiterinnen ein passendes Gestell bastelten.

 

Im September 2016 vollendete der letzte Stich das Bild. Nun musste noch der passende Rahmen gefertigt werden. 280 Arbeitsstunden standen schließlich zu Buche. "Einige Frauen waren besonders fleißig", lobte Helga Griebel. Petra Zapf bereute die Mühe nicht: "Ich würde das Bild jederzeit nochmals angehen!" Und Gerlinde Lang stellte nach Abschluss der Stickerei gar "Entzugserscheinungen" fest. Bewusst hängten die Initiatorinnen das Bild nicht zu hoch. "So sieht man es auch noch von der Straße her, wenn die Dorflinde Blätter hat", erläuterte Hämmelmann. Überlegungen, das Portrait in der Kirche anzubringen, verwarfen die Verantwortlichen. "Drinnen kann man ihn ja nicht sehen", sagte Kathrin Neeb. Allerdings, so gab sie auch zu, werde der Reformator gegen Ende seines Jubiläumsjahres "nicht mehr so frisch aussehen".

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