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KLEINOD DES COBURGER LANDES

Besondere Erwähnung finden die früh- und spätgotischen Seitenaltäre mit einer Kreuzigungsgruppe, der Watzendorfer Madonna und dem Engelmessaltar. Die Kirche war auch Grablege der Lichtensteiner, deren Epitaphe die Wände der Kirche schmücken. Für die Barockisierung war maßgeblich Pfarrer Flender verantwortlich. Ihm verdanken die Seßlacher die prachtvollen Deckenfresken, die der Maler Franz Anton Günther 1763 schuf.

 2005 © Ulrich Göpfert

Wir verlassen die Kirche und gehen zwischen dem ehemaligen Getreideschüttboden und der Apotheke durch einen kleinen Durchgang zum ältesten Teil der Seßlacher Stadtmauer. Das mächtige Gebäude der Salzfakturei wird heute als Heimatmuseum und zu kulturellen Veranstaltungen genutzt. Wir wenden uns hinter der Mauer rechts dem Geyersberg zu, durch dessen Baumwipfel Reste der Lichtensteiner Amtsburg zu erkennen sind. Hier ist auch die “Schokoladenseite Seßlachs“ mit einer eindrucksvollen Mauerkulisse. Am zirka 300 Meter langen Wallgraben, der übrigens nie mit Wasser gefüllt war, zieht sich der Mauerzug bis zum Geyersberger Tor. Zwischen den kleinen Wehrtürmen ist die Mauer noch original hoch (ca. 9 bis 10 m) und mit Wurf- oder Schleudersteinen belegt.

 2005 © Ulrich Göpfert

Der gesamte Mauerring ist 780 m lang und man gelangt nur durch die drei Stadttore und zwei kleinere Durchlässe in die Altstadt. Wir sind nun am Geyersberger Tor angekommen und biegen hier wieder in die Altstadt ein. Rechts und links wird die Straße von prächtigen Fachwerkbauten gesäumt. Es sind durchwegs Bauernhäuser mit großen Toreinfahrten. Die Straßen- und Toreinfahrten sind mit Prellsteinen versehen. Diese Steine schützen die Häuser vor den schweren Erntewagen der Bauern. Wir biegen von der Luitpoldstraße die zweite Gasse � die Badstubengasse � nach links ab und gelangen auf den Hofmannsplatz, der im Volksmund “Gänsplatz“ heißt. Der Platz wurde nach Valentin Hofmann benannt. Er war Stadthauptmann und verteidigte die Stadt im 30jährigen Krieg gegen die kaiserlichen Truppen und ließ dabei sein Leben. In Verlängerung der Judengasse gehen wir links zum unteren Teil der Stadtmauer.

Vor dieser Mauer war früher ein mit Wasser gefüllter Graben, der von der Rodach gespeist wurde. Hier ist auch noch der Abstand zwischen Mauer und Gebäuden vorhanden, wie es früher war, um bei feindlichen Angriffen schnell die Wehrgänge erreichen zu können. Wir gehen nun rechts zum Rothenburger Tor. Der Turm kann bestiegen werden und er wurde in früher Zeit als Gefängnis und Schuldturm genutzt. Man hat vom Turm einen wunderschönen Ausblick über die Dächer der Stadt und die Rodachauen. Aborterker an der rechten Seite, in dem alles im freien Fall entsorgt wurde. Im Turm finden zu den Stadtfesten Ausstellungen statt. Durch die schmalen Stiegen geht es wieder hinunter auf die Flenderstraße, vorbei am ehemaligen Spital und dem “Roten Ochsen“, der ältesten Schankstätte Seßlachs. Hier wird seit 1489 Bier ausgeschenkt.

Wir gelangen jetzt zum Maximiliansplatz. Hier fallen drei große Gebäude auf. Zum einen ein großer gelbgeputzter Gebäudezug die Flenderstraße hinauf. Hier wütete 1905 eine Brandkatastrophe, die die kleine Ackerbürgerstadt arg in Mitleidenschaft zog. Das ganze Viertel bis zur Judengasse brannte nieder. Das jetzige Gebäude wurde im Historismusstil ein Jahr später aufgebaut und hat sich gut in das Stadtbild eingefügt.

 2005 © Ulrich Göpfert

Zum anderen das so genannte Hohe Haus, ein mächtiger gotischer Fachwerkbau, der heute die Bierwirtschaft Reinwand beherbergt. Dieses Haus besaß in früherer Zeit einen Freibrief und durfte Missetätern einige Tage Asyl gewähren.

 2005 © Ulrich Göpfert

Das dritte Gebäude liegt gegenüber dem Hohen Haus, mit seinen Treppengiebeln und seiner Renaissance-Fassade fällt aus dem Rahmen der schönen Fachwerkhäuser heraus. Es ist das “Stadtschloss“ der Lichtensteiner, das spätere Amtsgericht. Hier lebte auch kurzzeitig der Dichter Friedrich Rückert, dessen Vater hier Amtsrichter war. Er verfasste hier auch sein erstes Gedicht � die Ballade vom Irrglöckchen � das traditionsgemäß jeden Abend vom Rathaus läutetZu dieser Ballade und Begebenheit lesen Sie eine ausführliche Darstellung im Anschluss an diesem Rundgang durch die Stadt. Eine Bronzetafel erinnert an den bekannten Dichter.

Gleich daneben befindet sich ein einfacher Sandsteinbau, der für viele das “wichtigste Gebäude der Stadt“ ist � das kommunale Brauhaus. Hier wird nach alten Rezepten das gute Seßlacher Bier noch wie vor Jahrhunderten gebraut. Am Fasstag ruft der Braumeister alle die Bier bestellt haben an und man stellt sich in der Pfarrgasse auf, um das Bier in seine mitgebrachten Behältnisse zu füllen. Für jeden Gast der dazukommt ist dies ein außergewöhnliches Schauspiel. Der kleine Rundgang durch die mittelalterliche Stadt ist zu Ende. Aber in den vielen verwinkelten Ecken gibt es sicherlich noch das eine oder andere zu entdecken. Auch hier die Anmerkung: es laden die zahlreichen Seßlacher Gastwirtschaften und Cafes zu einer Rast ein, zur Abrundung eines besonderen Erlebnisses.

Und nun wie angekündigt zu Friedrich Rückerts hübschen Ballade: “Das Irrglöckchen auf dem Rathaus“ Das so genannte “Irrglöckchen“, das im Dachreiter auf dem Seßlacher Rathaus hängt, steht in enger Beziehung zu den Edelleuten von Lichtenstein, die noch heute als Wohltäter der Stadt verehrt werden. Was es mit diesem Glöckchen auf sich hat, erzählt eine Sage: Danach soll sich das Edelfräulein Elsbeth von Lichtenstein (verstorben 1541) in den damals ausgedehnten und dichten Wäldern um Seßlach beim Beerensuchen verirrt haben. Als es dunkel wurde und das Fräulein den Heimweg nach Schloss Geyersberg nicht mehr finden konnte, wurde es von großer Angst gepackt, denn damals gab es noch Bären und anderes Raubzeug in den Wäldern. In seiner Furcht nahm es Zuflucht zum Gebet und siehe da: Aus der Ferne ertönte eine Glocke!

Das Fräulein richtete sich nach dem Schall und fand tatsächlich den Heimweg. Elsbeth von Lichtenstein glaubte, dass es der liebe Gott gewesen sei, der die Glocke habe ertönen lassen. Zum Dank versprach sie, allabendlich bei Eintritt der Dämmerung ein Glöcklein läuten zu lassen, damit alle Verirrten sich danach richten konnten. Für die Glocke stiftete sie eine schöne Summe Geldes. So soll das so genannte Irrglöckchen entstanden sein. Ursprünglich soll es im Türmchen der alten Kapelle gehangen haben, die zwischen Heilgersdorfer Tor und dem Rothenberger Weg stand. Weil die Kapelle eines Tages wegen Baufälligkeit und Hochwassergefahr abgebrochen wurde, musste für das Glöckchen ein neuer Platz gesucht werden. Diesen fand man 1818 im Dachreiter des Rathauses. Auch der Dichter Friedrich Rückert, der als Sohn eines Seßlacher Amtmannes etliche Jahre in der Stadt verbrachte, hat dem “Irrglöckchen“ diese wunderschöne Ballade gewidmet:

“Und bei des Abends erstem Stern / schlägt hoch im Turm das Glöcklein an / durchhallt des Waldes weite Fernen / und ruft den irren Wandersmann! / Er folgt getrost mit sicheren Schritten / dem Rufe zu des Weilers Hütten. / Das Glöcklein hängt in der Kapelle / dreihundert Jahr und drüber schon / und immer klingt es klar und helle / und immer heller wird sein Ton. / Es heißt in seiner Stiftung Kunde / Irrglöcklein bis auf diese Stunde.“

Besuch beim Holzbildhauermeister Schott Was man beim Besuch in der mittelalterlichen Stadt nicht versäumen sollte, ist ein Besuch in der Werkstatt des Holzbildhauermeisters Wolfgang Schott. Dort kann man dem Meister bei der Arbeit über die Schulter schauen und seine angefertigten Werkstücke käuflich erwerben. Die Werkstatt findet man direkt am Geyersberger Tor.

  1.  Das traditionelle Altstadtfest findet in diesem Jahr am 20. und 21. August mit Bauernmarkt, Flohmarkt, Handwerkermarkt statt. Musikalisch umrahmt wird das Altstadtfest ab 14.00 Uhr mit der Blaskapelle Neundorf, ab 20.00 Uhr spielt die Showband “Tollhaus“. Natürlich gebe es noch so vieles über die schöne Stadt Seßlach und ihren Bürgern zu berichten, aber leider sind dem Autoren und Fotografen gewisse Grenzen bei der Veröffentlichung seines Artikels gesetzt, deshalb gibt es nur eines: “Auf nach Seßlach und die mittelalterliche Stadt selbst in Augenschein nehmen“ und sich an den kulinarische fränkischen Köstlichkeiten und dem selbstgebrauten Bier laben“. Einen besseren Rat kann ich Ihnen nicht geben.

Weitere Infos erhalten Sie unter: Stadtverwaltung Seßlach, Marktplatz 98, 96145 Seßlach Tel.: 09569/ 92 25 40 Fax: 09569/ 92 25 25 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.sesslach.dethe Joomla! documentation site and on the Joomla! forums.

 

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