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EIN FRÄNKISCHES MITTELALTERJUWEL VON ULRICH GÖPFERT

Seßlach bei Coburg Nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für Besucher ist Seßlach etwas Besonderes

01.JPG  Foto: 2011 © Ulrich Göpfert

„Kleinod des Coburger Landes“, „Oberfränkisches Rothenburg“ oder „Rothenburg en miniature“ – das winzige Städtchen im Südwesten des Coburger Landes hat viele klingende Beinamen.

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Wer die Stadt durch eines der drei Stadttore betritt, gelangt in eine andere Welt: Kein Neubau, keine asphaltierte Straße und keine Fernsehantenne auf dem Dach stören das historische Stadtbild. Stattdessen erwarten den Besucher Pflaster, fränkisches Fachwerk und winkelige Gässchen. Die Geschlossenheit der Seßlacher Altstadt ist einzigartig. Besucher fühlen sich heute noch wie im mittelalterlichen Ackerbürgerstädtchen, das Seßlach mit der Verleihung des Stadtrechts 1335 wurde. Dabei blieb Seßlach im Gegensatz zu manch anderer pittoresken fränkischen Kleinstadt vom Touristenrummel bislang fast völlig verschont.

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Dass die Seßlacher Altstadt heute als eine Art baugeschichtliches Gesamtkunstwerk existiert, ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer gezielten Sanierungspolitik seit Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Nicht nur die Vorzeigebauten – die gotische Johanneskirche, der dreistöckige Kornschüttboden oder das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert – wurden restauriert, sondern nach und nach auch die Bürgerhäuser. Bausünden früherer Jahrzehnte wurden beseitigt, Fachwerkfassaden wieder freigelegt. Dafür wurde Seßlach bei Stadtsanierungs-Wettbewerben Landes- und Bundessieger.

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Nach Bodelstadt im Itzgrund ist Seßlach der zweitälteste Ort im Coburger Land, und nach Betzenstein in der Fränkischen Schweiz die zweitkleinste Stadt Bayerns Sogar das Bier ist in Seßlach etwas Besonderes. Es wird nicht in einer normalen Brauerei gebraut, sondern im stadteigenen Kommunbrauhaus – quasi als Gemeinschaftsaufgabe. Den Gerstensaft, im Volksmund zur Erinnerung an den langjährigen Braumeister Emil Haas „Haasenbräu“ genannt, gibt es nicht in Flaschen. Wie in alten Zeiten wird das Bier von den Seßlachern in Eimern, Butten und Kannen nach Hause geschafft oder in Fässern in die nahe gelegenen Gastwirtschaften transportiert.

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Die beste Gelegenheit für den Besucher, das braune, starke, ungefilterte Gebräu zu probieren, bietet sich beim Seßlacher Altstadtfest Mitte August. Einen Gratisschluck bekommen die Besucher schon an einem der Stadttore, wenn sie ihren „Pflasterzoll“ entrichtet haben. Dabei sollte man es aber nicht belassen, denn Bierkenner sagen: „Erst nach dem Zweiten schmeckt’s richtig!“

Übrigens: Die Stadttore schließen jeden Samstag um 14.00 Uhr. Danach ist die Innenstadt nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur erreichen. Erst am Montagmorgen werden die Tore dann wieder geöffnet.

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